Zemitz
Amt Am Peenestrom.
Gastgeber.
Zemitz.
Chronik.
Ortsrecht.
Bürgermeisterin:
Frau Susanne Darmann
Sprechzeit:
nach tel. Vereinbarung unter 03836-206474
Gemeindezentrum/ Feuerwehr:
17440 Zemitz, Pinnowreihe 1
Tel. 03836-602376
Postanschrift:
Gemeinde Zemitz
über Amt Am Peenestrom
Burgstraße 6
17438 Wolgast
Tel. 03836-2510
Geschichtliche Entwicklung
Gemeinde Zemitz mit den Ortsteilen Hohensee, Seckeritz, Bauer und Wehrland
Der Name Zemitz leitet sich aus dem slawischen Semlja ab und bedeutet Erde. In der Gemarkung gibt es viele ur- und frühgeschichtliche Bodenfunde, die darauf hindeuten, dass eine frühe Besiedlung stattgefunden hat. So befindet sich östlich von Zemitz ein vorgeschichtlicher Grabhügel. 1504 wurde Zemitz zum ersten Mal urkundlich erwähnt, jedoch ist davon auszugehen, dass eine Besiedlung schon weitaus früher stattgefunden hat. In diesem Jahre besaß der Krienker Brünnig Lepel das gesamte Lehn Zemitz. Im Jahre 1777 wurde Zemitz als adliges Gut bezeichnet. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts lebte ein Assessor von Lepel auf Zemitz und war auch dessen Besitzer. Zwischen 1843 und 1866 wechselten viele Male die Besitzer von Zemitz. So war es einmal Rittergut und dann wieder ein einfaches vorpommersches Dorf. 1901 wurde das Gut Zemitz aufgesiedelt. In diesem Jahr gab es auch den ersten Gemeindevorsteher. Bis im Jahre 1930 wurden viele Betriebe und Einrichtungen in Zemitz geschaffen. So entstand 1902 auch eine Schule und 1903 eine Entrahmungsstation sowie 1910 die Gaststätte "Waldblick". Mit dem Bau der kleinen Kapelle wurde 1913 begonnen und die Elektrizitäts- und Maschinengenossenschaft gegründet. Gegen Ende des 2. Weltkrieges war Zemitz auch Zufluchtsort vieler Flüchtlinge. Zemitz ist ein typisches Straßendorf mit einer sehr lückenhaften Bebauung entlang der Hauptstraße. Der Ort wurde insbesondere auch nach dem 2. Weltkrieg von der Landwirtschaft geprägt, die hier vielen Menschen Lohn und Brot gab. Zemitz liegt in einer reichen und interessanten Naturgegend, die sehr gute Möglichkeiten zur Erholung bieten. Es sind kleine Gewerbebetriebe vorhanden, und die weitere Entwicklung des Dorfes ist in vollem Gange.
Die Gründung des Ortsteils Seckeritz geht auf das Jahr 1319 zurück. Eines der Wahrzeichen des Gesindedorfes Seckeritz war ein Turmbau aus dem Jahre 1329, welcher vom Wasser umgeben war. Auf alten Flurkarten ist der Nachweis dieses Wasserturms noch zu erkennen, aber Überreste sind heute nicht mehr vorhanden. Von 1369 bis 1833 wurde das Rittergut in der Familie von Lepel vererbt. Ab 1833 wechselte das Gut zunächst in den Besitz der Landwirtschaftsfamilie Dudy und später zu Adolf von Corswandt. Ab 1900 vergrößerte sich das Dorf und besaß sogar eine eigene Schule. In das zum Gut gehörende Schloss zogen nach 1945 viele Flüchtlinge ein. Bezüglich der Sanierung und Instandsetzung des Schlosses wurde allerdings wenig getan, so dass es 1965 unbewohnbar wurde und zum Abriss freigegeben werden musste. Noch heute sind viele der ehemals in sehr schlichtem Stil gebauten Häuser in der Gemeinde zu sehen. Landwirtschaft prägt nach wie vor das Ortsbild und die Umgebung.
Für das Jahr 1451 lässt sich die erste urkundliche Erwähnung des Ortsteiles Hohensee nachweisen. Der Name ist abgeleitet von dem kleinen See, an dem dieser Ort liegt. Das Dorf war ein Lehn des Geschlechtes von Köller. Im 17. Jahrhundert wurde das Gut Hohensee dem Kanzleirat zu Stettin mit Namen "Ehrenfels" abgegeben. Bis ins 19. Jahrhundert blieb das Gut Hohensee in Familienbesitz mit wechselnder Erbfolge. Durch ein Großfeuer wurde im Jahre 1926 das Schloss völlig zerstört und anschließend in kürzester Zeit wieder aufgebaut. Es verlor dabei aber viel von seiner ehemaligen Schönheit. 1945 brannte das Schloss erneut bis auf die Grundmauern nieder, wahrscheinlich durch Brandstiftung.
Bis zur Wende 1990 war neben der Landwirtschaft der Kreisbetrieb für Landtechnik einer der größten Arbeitgeber dieses Gebietes. Hier wurden zentral die landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte aus einem sehr großen Territorium des ehemaligen Kreises Wolgast instandgesetzt.
Heute hat sich am gleichen Standort erneut ein Instandsetzungsbetrieb niedergelassen. Nach wie vor ist der Hohensee am Rande des Ortes ein beliebtes Naherholungsziel und für Touristen empfehlenswert.
Ortsteile Bauer und Wehrland
Nennenswert für diese beiden Ortsteile sind die gefundenen Großstein- und Hügelgräber, die darauf hindeuten, dass hier eine sehr frühe Besiedlung stattfand. Bereits im 12. Jahrhundert begann man mit dem Bau einer Kirche in Wehrland. Im Jahre 1320 wurde Bauer urkundlich erwähnt und war Sitz des Geschlechtes von Köller. Ab 1493 gehörte Bauer der Familie von Lepel.
Der Ortsteil Wehrland wird 1626 erstmalig auch als Lepelscher Besitz bezeichnet. 1817 zerstörte eine große Feuerbrunst fast alle Wohnhäuser des Ortes. Diese wurden nicht wieder an der alten Stelle errichtet, sondern in der Nähe des Gutshauses von Bauer. Im Jahre 1844 erhielt Wehrland ein neues Küster- und Schulhaus. 1867 erwarb August von Quistorp die Orte Bauer und Wehrland. Die Familie war hier ansässig bis 1945. Im Jahre 1945 verließ die Familie das Anwesen und im Zuge der Bodenreform wurden die Ländereien neu aufgeteilt und vergeben. Im ehemaligen Schloss Alt-Bauer wurden zunächst Umsiedler untergebracht. Später wurde dieses Gebäude als Wohnhaus genutzt.
Empfehlenswert für Urlauber ist die den Ort umgebende Landschaft, insbesondere mit dem Ausflugsziel zum Bauerberg. Die weitere touristische Erschließung de Gebietes wird angestrebt.
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