Neue Bahnhofstraße
Erschließung des Hafengewerbegebietes Süd, hier Neubau „Neue Bahnhofstraße“ mit straßenbegleitendem Radweg und die direkte Fahrbahnanbindung mit Bahnübergang an das Hafengewerbegebiet Süd
Die Stadt Wolgast hat im November 2025 den Zuwendungsbescheid in Höhe von 8.185.765,57 Euro als Anteilfinanzierung vom Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern (M-V) erhalten. Es handelt sich hierbei um die Förderung des Ausbaus der wirtschaftsnahen Infrastruktur aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gemäß der Infrastrukturrichtlinie des Landes M-V. Der Fördersatz liegt bei 90 % der zuwendungsfähigen Ausgaben, da das Projekt fester Bestandteil in regionalen und überregionalen Planungs- und Entwicklungsstrategien ist. Zudem besteht eine interkommunale Zusammenarbeit als Gemeinschaftsmaßnahme zwischen Bund, Land, Landkreis und der Stadt Wolgast. Und die Maßnahme trägt zur notwendigen Transformation zu einer klimaneutralen und insgesamt nachhaltigen Wirtschaft bei.
Durch die Zuwendung wird der Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sowie die Unterstützung der Entwicklung der regionalen Wirtschaft bezweckt.
Das geförderte Vorhaben umfasst die Erschließung des Hafengewerbegebietes Süd, hier der Neubau „Neue Bahnhofstraße“ mit straßenbegleitendem Radweg und die direkte Fahrbahnanbindung mit Bahnübergang an das Gewerbegebiet zum Zweck der verbesserten gewerblichen Nutzung.
Folglich dient die Maßnahme dem Zweck, der Errichtung, Modernisierung und dem Ausbau von Verkehrsanlagen zur Anbindung von Gewerbegebieten und –betrieben an das überregionale Straßen- und Schienenverkehrsnetz.
Geplante Bauphase: 2021-2027
Die Neue Bahnhofstraße in Wolgast als ein zentraler Teil der neuen Ortsumgehung (B 111) ist baulich weitgehend fertiggestellt. Eine Inbetriebnahme steht in baulicher Abhängigkeit mit den weiteren Teilmaßnahmen der Errichtung der Ortsumgehung.
Ausgangssituation
Der Neubau der Bundesstraße 111 als südliche Ortsumgehung (OU) von Wolgast beginnt westlich von Wolgast. Der Peenestrom mit der Sauziner Bucht wird durch eine Brücke gequert. Auf Usedom bindet die OU östlich des Ortsteils Mahlzow an das vorhandene Straßennetz an. Weiterhin ist westlich des Bauanfangs der eigentlichen OU der Ersatzneubau der Brücke über das Gewässer Ziese geplant.
Die geplante OU Wolgast quert u.a. die Kreisstraße 26, die teilweise verlegt und mit einem Bauwerk über die OU überführt werden soll. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald plant in diesem Zusammenhang zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse den Bau eines straßenbegleitenden Radweges an der Kreisstraße 26 im Brücken- und Rampenbereich.
Projektziel
Das Projekt „Erschließung des Hafengewerbegebietes Süd, hier Neubau „Neue Bahnhofstraße“ mit straßenbegleitendem Radweg und die direkte Fahrbahnanbindung mit Bahnübergang an das Hafengewerbegebiet Süd“ hat die direkte Anbindung des Hafengewerbegebietes Süd zur Ortsumgehung (OU) B111 Wolgast als Infrastrukturprojekt zum Ziel. Dies umfasst den Neubau der Neuen Bahnhofstraße mit straßenbegleitendem Radweg sowie des Knotenpunktes Bahnübergang in das Hafengewerbegebiet Süd als Verbindung zwischen der südlich geplanten Ortsumgehung B111 von Wolgast und der vorhandenen Bahnhofstraße als Zufahrtsstraße zum Gewerbegebiet.
Die B111 verläuft im Osten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Diese Straße führt von West nach Ost von der Anschlussstelle Gützkow der Bundesautobahn A20 über Züssow und Wolgast auf die Insel Usedom, wo sie über Ückeritz - Pudagla - Mellenthin bis an die B110 anschließt.
Die Stadt Wolgast ist das nördliche Tor zur Ferieninsel Usedom. Wolgast liegt am Peenestrom, einer Meerenge zwischen Ostsee und Stettiner Haff, der die Insel Usedom vom Festland trennt. Zukünftig führt die B111 nicht mehr durch die Stadt Wolgast. Die Trasse der geplanten Ortsumgehung wird südlich der Ortslage geführt und schließt westlich und östlich wieder an das vorhandene Straßennetz der B 111 an. Eine zusätzliche Querung der Peene wird somit geschaffen.
Im Zusammenhang mit dem Bau der Ortsumgehung Wolgast plant die Stadt Wolgast die Bahnhofstraße direkt mit der Ortsumgehung zu verknüpfen. So gelingt es den Schwerlastverkehr zum Gewerbegebiet am Peenestrom entlang der Bahnhofstraße aus dem Innenstadtverkehr herauszunehmen. Die vorhandene Ortsdurchfahrt ist für den Gesamtverkehr, insbesondere für den Güterverkehr, völlig unterdimensioniert.
Es besteht die Notwendigkeit der direkten Anbindung der Peenewerft und des umliegenden Gewerbegebietes, hier Hafengewerbegebiet Süd, an die B111. Diese Anbindung ist über den Knotenpunkt West der geplanten Ortsumgehung an die vorhandene Bahnhofstraße als Neue Bahnhofstraße vorgesehen. Die Länge der neuen Bahnhofstraße beträgt ca. 897 m.
Durch die vorgesehene Streckencharakteristik werden die Leistungsfähigkeit, die Sicherheit und auch die Wirtschaftlichkeit des Verkehrs zum Gewerbegebiet erheblich gesteigert. Die Verkehrsqualität verbessert sich für alle Verkehrsteilnehmenden deutlich. Der Schwerverkehr zum Gewerbegebiet wird den Innenstadtverkehr nicht mehr einschränken.
Es handelt sich bei dem Teilprojekt „Neue Bahnhofstraße“ mit straßenbegleitendem Radweg um ein Teilvorhaben des Gesamtprojektes „Ortsumgehung B111 in Wolgast“. Die Straßenbauverwaltung Schwerin führt die Baumaßnahme für die Gemeinschaftsmaßnahme im Benehmen mit der Stadt durch. Folglich ist die Straßenbauverwaltung für die gesamte Planung, Ausschreibung, Vergabe, Bauüberwachung, Abrechnung und Vertragsabwicklung zuständig. Nach Beendigung der Bauarbeiten werden die Bauleistungen gemeinsam durch die Straßenbauverwaltung Schwerin und der Stadt Wolgast abgenommen. Die Kosten für die Neue Bahnhofstraße trägt die Stadt Wolgast. Näheres ist in einer Kostenteilungsvereinbarung geregelt.
Mit dem Neubau der „Neuen Bahnhofstraße“ ergeben sich verkehrsflussbedingte Änderungen der Vorfahrtsregelungen für die Anbindung in das Hafengewerbegebiet Süd. Die Zufahrt zum Gewerbegebiet über die „Neue Bahnhofstraße“ verläuft dann südwestlich und nicht mehr wie zurzeit nordöstlich. Dies begründet den erweiterten Ausbau der Schleppkurve. Dieser erfolgt entsprechend der Ausbauparameter gemäß den technischen Regularien.
Ergänzend ist der vorhandene, signalisierte Bahnübergang mit Schrankenanlage unmittelbar an der Anbindung Hafengewerbegebiet Süd an die „alte“ Bahnhofstraße zu berücksichtigen. Hier sind Begegnungsverkehre und ein einseitiger Gehweg über die Gleisanlage aus bahnverkehrs-, straßenverkehrstechnischer und sicherheitstechnischen Sicht zu prüfen und anzupassen. Bei einer Gleisquerung während einer Schrankensperrung für den getakteten Bahnverkehr dürfen auch zukünftig wartende Lastverkehre den Bahnverkehr nicht beeinträchtigen. Dies erfordert, dass vorhandene Signalgeber im zukünftigen Anbindebereich umgesetzt werden müssen. Hierzu laufen aktuell Abstimmungen zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt Wolgast. Projektträger ist die Stadt Wolgast.
Mit dem Bau der Neuen Bahnhofstraße wird die Ortsdurchfahrt in Wolgast vom Durchgangsverkehr entlastet. Es wird eine unmittelbar schnelle Anbindung für den Güterverkehr ohne Ampelphasen und enges Straßennetz geschaffen. Keine Staus, insbesondere in den Saisonzeiten, die zu einem erhöhten Co2-Ausstoß führen. Zudem wird die Lärmbelästigung im Innenstadtbereich reduziert.
Der Gesamtverkehr im Innenstadtbereich wird sich soweit verringern, dass sich eine spürbare Entlastung mit allen daraus resultierenden positiven Aspekten für die Verkehrssicherheit und Umwelt ergeben wird.
Das innerstädtische Straßennetz wird vom Schwerverkehr entlastet und es ergibt sich hieraus zwangsläufig eine Verbesserung der Verkehrssicherheit. Infolge kürzerer Fahrzeiten (Einsparung bis zu ca. 40 %) für den Gewerbegebietsverkehr ist mit erheblichen Zeit- und Betriebskostenersparnissen für diese Kraftfahrzeuge zu rechnen.
Die vollständige Inbetriebnahme der gesamten Ortsumgehung ist nach derzeitigem Stand erst für Ende 2028 geplant Weitere Informationen über das Projekt B 111 Neubau Ortsumgehung Wolgast finden Sie unter: www.strassen-mv.de/de/projekte/bau/ortsumgehung-wolgast/
Projektstand Februar 2022 – November 2025

der Anbindung an die Leeraner Straße in Richtung
Bahnhofstraße (November 2025). © strassen-mv.de

der Anbindung an die Leeraner Straße in Richtung
Bahnhofstraße (Stand Anfang Dezember 2024).
© lehmann-photo.de http://lehmann-photo.de/

Oberboden und anstehender Boden ausgehoben und
gesiebt (Juni 2024). Der gewonnene Oberboden wird
im Baufeld beispielsweise für Böschungsandeckungen
wiederverwendet. Der Aushub des anstehenden
Bodens wird unter anderem zur Dammherstellung
der Kreisstraße 27 auf der Insel Usedom für die
dortige, neue Überführung verwendet.
© strassen-mv.de












